Die bedrohten Sprachen der Welt online verfügbar machen. Bedrohte Sprachen mit Hilfe von Technologie bewahren
Die Miami-Illinois-Sprache galt bereits als ausgestorben. Diese Sprache wurde einst von Indianerstämmen im gesamten mittleren Westen der USA gesprochen. Der Letzte, der diese Sprache fließend sprach, starb aber in den 1960er Jahren. Jahrzehnte später brachte Daryl Baldwin, ein Mitglied des Miami-Stammes von Oklahoma, sich die Sprache autodidaktisch mit Hilfe historischer Manuskripte bei. Inzwischen arbeitet er mit der Miami-Universität in Ohio zusammen, um die Sprache wiederzubeleben. Hierzu veröffentlicht er Geschichten, Audiodateien und weiteres Lehrmaterial. Miami-Kinder lernen jetzt wieder ihre eigene Sprache und – was noch ermutigender ist – bringen sie sich sogar gegenseitig bei.
Die Arbeit Daryl Baldwins ist nur eines von zahlreichen Beispielen für Bemühungen zur Bewahrung bedrohter Sprachen. Heute stellen wir etwas vor, von dem wir hoffen, dass es zu diesem Ziel beitragen wird: das Endangered Languages Project. Dies ist eine Website, auf der Menschen aktuelle und umfassende Informationen über bedrohte Sprachen finden und austauschen können. Die Dokumentation von über 3000 vom Aussterben bedrohten Sprachen, ist ein wichtiger Schritt zur Bewahrung der kulturellen Vielfalt, um das Wissen unserer Vorfahren in Ehren zu halten und um der nachwachsenden Generation etwas mit auf den Weg zu geben. Technologie kann diese Bemühungen unterstützen: Mit ihr können Einzelpersonen hochwertige Aufnahmen der älteren Generation machen (die häufig die letzten Sprecher einer Sprache sind), oder verstreut lebende Gemeinschaften mit Hilfe sozialer Medien können sich miteinander verbinden, und das Lernen der Sprachen fördern.
Betrieben von Google und unterstützt durch einen neuen Zusammenschluss der Alliance for Linguistic Diversity bietet das Endangered Languages Project allen an der Bewahrung von Sprachen Interessierten einen Ort, an dem Forschungsergebnisse aufbewahrt und zugänglich gemacht werden können. Menschen können ihr Wissen über die Website direkt zur Verfügung stellen, sich austauschen und organisieren, um somit dazu beitragen, dass die Inhalte stets auf einem aktuellen Stand sind. Eine Gruppe unterschiedlichster Interessierter hat bereits damit begonnen, Inhalte beizutragen. Diese reichen von Manuskripten aus dem 18. Jahrhundert über moderne Lehrmaterialien wie Video- und Audio-Sprachbeispiele bis hin zu Aufsätzen. Mitglieder des Beratungsausschusses haben auch bereits Hilfestellung gegeben, indem sie bei der Strukturierung der Website geholfen und sichergestellt haben, dass diese auch den Interessen und Bedürfnissen der Community zur Bewahrung von Sprachen entspricht.
Im Rahmen dieses Projekts werden Forschungsergebnisse über die am stärksten bedrohten Sprachen der Welt vom Catalogue of Endangered Languages (ELCat) bereitgestellt. Das Project unter Leitung von Teams der Universität von Hawaii in Manoa und des Institute for Language Information and Technology (The Linguist List) von der Eastern Michigan University wird durch die National Science Foundation finanziert. Die Arbeit am ELCat hat erst begonnen, doch wir stellen die laufenden Ergebnisse auf unserer Website bereit, sodass Feedback von Sprachgemeinschaften und Wissenschaftlern einbezogen werden kann, um unser Wissen über die am stärksten bedrohten Sprachen der Welt zu aktualisieren.
Das Endangered Languages Project und die Alliance for Linguistic Diversity sind offen für alle Organisationen, die uns bei diesen Bemühungen unterstützen wollen. Durch das Zusammenbringen unabhängiger Initiativen aus der ganzen Welt hoffen wir, einen wichtigen Beitrag leisten zu können, um der Bedrohung von Sprachen zu begegnen. Die Zukunft dieses Projekts wird von denjenigen abhängen, die an dieser einzigartigen gemeinsamen Anstrengung zur Bewahrung bedrohter Sprachen mitwirken. Wir hoffen, dass wir dabei auf Sie zählen können.
Dieses Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Google.org und dem Google Cultural Institute. Das Endangered Languages Project ist Teil unserer Bemühungen, Kultur online zu bewahren und zu fördern.
Post von Clara Rivera Rodriguez und Jason Rissman, Projektmanager des Endangered Languages Project
Meine Oma wohnt in einer Kleinstadt in Deutschland, schlappe 1500 km von mir entfernt. Sie ist 91 und schreibt in Briefen noch Altdeutsch, was ich kaum entziffern kann. Bei meinem letzten Besuch habe ich ihr ein Chromebook mitgebracht und ihr Google+ Hangouts gezeigt, damit wir einfacher und besser in Kontakt bleiben können.
Sie meinte natürlich, dass sie nie lernen würde, wie das funktioniert, aber heute bekomme ich oft Einladungen zu einem Hangout von ihr, und sie ist stolz wie Oskar, dass sie jetzt auch ihre Freundin aus der 100km entfernten Nachbarstadt per Hangout "besuchen" kann. In unserem Hangout neulich Abend tauchten plötzlich neben ihr noch fünf weitere Frauen auf - alle aus ihrem Literaturzirkel. Denen hatte sie einen Crashkurs in Sachen Google+ gegeben, und nun freuen sich alle darüber, ihre Enkel in Australien und Neuseeland häufiger mal sehen zu können... wenn auch nur virtuell
Für meine Oma und ihre Freundinnen war Google+ der Einstieg ins Internet. Kennt ihr eine ähnliche Geschichte, bei der eure Nachbarin, eure Oma oder euer Ur-Opa das Internet für sich entdeckt hat und jetzt vielleicht begeisterter Blogger ist oder Reisen mit Online-Kartendiensten plant? Dann ladet sie zu unserem Wettbewerb „Wir zeigen es Euch - Die schönen Seiten des Internets!“ ein, der heute startet.
Unter diesem Motto läuft die gemeinsame Aktion der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO), von Deutschland sicher im Netz e.V. und Google Deutschland für die Generation 60plus. Wie nutzen eure Großeltern oder ältere Freunde, das Internet? Bloggen sie über ihre Gartenbaukünste, planen sie ausgeklügelte Wandertouren oder nutzen sie Video-Chats, um mit ihren Kindern und Freunden in Kontakt zu bleiben? Wir wollen es wissen! Jeder ab 60 Jahre kann mitmachen und seinen kreativen Beitrag als Video, Präsentation, Text oder in anderer Form einreichen. Es gibt auch Preise zu gewinnen: Einen Tablet, ein Notebook und vieles mehr.
Einsendeschluss ist der 15.September 2012, die Preisträger werden am 29. Oktober im Berliner Google-Büro bekanntgegeben. Wenn ihr jemanden über 60 kennt, der das Internet selbst nutzt, anderen hilft, online zu gehen oder einfach die schönen Seiten des Internets zu genießen weiß, dann erzählt ihm von unserem Wettbewerb. Wir freuen uns auf alle Einsendungen! Mehr Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.bagso.de oder www.sicher-im-Netz.de
Post von Meike Schmidt, Google-Team
Viele Ältere haben das Gefühl, dass das Internet ein wenig überwältigend oder auch schlicht gefährlich ist. In Verbindung mit der natürlichen Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien, hält auch die Sorge um die eigene Privatsphäre viele davon ab, online zu gehen.
Um diese Wahrnehmung zu ändern, haben wir uns mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, mit 100 Organisationen und 13 Millionen Mitgliedern und mit Deutschland sicher im Netz, unserem Partner in der Gut zu Wissen-Kampagne, zusammengetan, um das Bewusstsein für Online-Sicherheit in allen Altersgruppen zu stärken.
Auf der SenNova diesen Monat, der Messe für die Generation 50+, haben Google und seine Partner einen Stand betreut, um die Besucher über die sichere Nutzung des Internets zu informieren und ihnen zu zeigen, wie sie das Internet noch besser für sich nutzen können.
Von 20 000 Besuchern insgesamt auf der Messe kamen 800 an unseren Stand um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten und mit uns zu diskutieren. Viele Besucher freuten sich, endlich einmal Gesichter hinter dem Unternehmen Google zu sehen. Unsere Tips zum besseren Suchen im Internet und zur sicheren Nutzung sozialer Netzwerke, die wir mit unseren Partnern extra für diese Zielgruppe erstellt hatten, fanden reißenden Absatz.
Auch wir haben viel gelernt auf der Messe. Ganz anders als ihre mit dem Internet aufgewachsenen Enkel und Urenkel, wünschen sich ältere Menschen Gespräche bezüglich des Internets von Angesicht zu Angesicht. Auch ausgedruckte Materialien sind wichtig, die die Informationen in einfacher und fremdwortfreier Weise zur Verfügung stellen. Eine 70-jährige Dame, mit der wir ein intensives Gespräch führten und die uns wissen ließ, dass für sie "Google" das Internet bedeutet, beendete ihren Standbesuch mit folgenden Worten: "Sie haben meinen Tag gerettet!". Sie war sehr dankbar darüber, dass wir auf der Messe waren, um ihr die Grundlagen der Internet-Suche und anderer Dienste zu zeigen, da ihre Kinder sich nicht die Zeit nehmen oder keine Zeit haben, um ihr zu erklären, was sie für zu kompliziert hielt.
Eine andere Dame erklärte, dass sie zur Messe gekommen sei, einzig um Google dort zu sehen, da sie mehr Information darüber benötigt, wie sie das Internet nutzen kann.
Der nächste Schritt im Rahmen unseres Projekts ist am 1. Juni der Start eines Wettbewerbs, um "Deutschlands digitalsten Senior" zu finden. Die Preisverleihung wird am 29. Oktober im Berliner Google-Büro stattfinden.
Post von Sabine Frank, Media Literacy Policy Counsel, Berlin
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